30. Freiheit durch Taufe


Am 20. Juli 1933 war es soweit. Der Vertrag des sogenannten Reichskonkordats wurde im Vatikan von Papst Pius XI, dem Reichspräsidenten Franz von Papen und dem Kardinalsstaatssekretär Eugenio Pacelli unterzeichnet. Franz von Papen überreichte Pacelli eine meterhohe Statue der Jungfrau Maria aus Meißener Porzellan als Geschenk zum feierlichen Tag. Beschlossen war der Staatskirchenvertrag, der bis heute Gültigkeit hat. Es gab bereits vorher schon Konkordate mit Preußen (1929), mit Baden (1932) und mit Bayern (1924). Diese blieben trotz des Reichskonkordats gültig.

Das bedeutet nichts anderes, als dass dieser noch gültige völkerrechtliche Vertrag den Bund, die Länder, die Verwaltungen, Gerichte und die Gesetzgebung insoweit bindet, dass diese nicht im Widerspruch zum kanonischen Recht stehen dürfen. Höherrangiges Recht bricht immer niederrangiges Recht.

Laut dem kanonischen Recht wurde der Papst als Stellvertreter auf Erden und Nachfolger Petri eingesetzt (Can. 330 und 204, §2), die Bischöfe wurden als Nachfolger der Apostel eingesetzt (Can. 204, §2). Es wurde kirchliche monarchische Hierarchie geschaffen und Christus setzte als Gesetzgeber die sieben Sakramente ein (Can. 840).

Die Staatskirche stellt eine der letzten noch existierenden Organisationen des Deutschen Reiches dar. Eine Taufbescheinigung, die viele von uns haben, ist ein amtliches Dokument der Staatskirche des Deutschen Reiches. Damit wird der Täufling und Inhaber der Bescheinigung dem Rechtskreis des Deutschen Reiches eingegliedert. Der Rechtskreis des Deutschen Reiches darf aber nicht im Widerspruch zum Kirchenrecht stehen.

Inwieweit hat das Ganze mit Freiheit zu tun? Nun, wie Sie in diesem Buch erfahren werden, oder schon erfahren haben, wird mit der Erstellung der Geburtsurkunde eine sogenannten „juristischen Person“, erschaffen, an dem der Bund sich reichlich bedient und diesen schamlos ausnutzt. Die Geburtsurkunde erschafft ein geborenes Wertpapier, dass von der Regierung unter anderem als Schuldschein zum Erhalt von Krediten genutzt wird. Die Taufe könnte tatsächlich eine Lösung in diesem Konflikt bieten.

Durch die Taufe ist jeder Mensch frei von Schuld gesprochen. Es wird ein neuer Mensch geboren und die Person erhält als Rüstung Jesus von Nazareth. Damit ist der alte Mensch, der vom Standesamt mit einer Geburtsurkunde als Person erschaffen wurde mit der Taufe gestorben. Man könnte den Taufschein also auch als amtlichen Totenschein des alten Menschen und der alten zugeordneten Person erklären. Nach kanonischem kirchlichem Recht sind alle Menschen in Christus gleich, also ohne Ansehen der Person. Damit verliert der Staat den Zugriff auf die Rechte und Pflichten dieser Person, denn niemand kann von einem Toten etwas fordern. Also können kein Finanzamt und keine Verwaltung etwas von Ihnen fordern. Jeder Mensch ist unantastbar, außer er verstößt gegen die göttlichen Gebote. Im Grunde würde das ebenso bedeuten, dass alle Ausweisdokumente des vermeintlichen Staates eine tote Person ausweisen, also ungültig sind. Und wie bereits erwähnt, dürfen die kanonischen Rechte und das Reichskonkordat nicht im Widerspruch zur staatlichen Gesetzgebung stehen.

Die Rechtsbelehrung dazu finden wir in Römer 6, 1-11 aus den Briefen des Paulus an die Römer:

„1 Was wollen wir hierzu sagen? Sollen wir denn in der Sünde beharren, damit die Gnade umso mächtiger werde? 2 Das sei ferne! Wir sind doch der Sünde gestorben. Wie können wir noch in ihr leben? 3 Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? 4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf dass, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in einem neuen Leben wandeln. 5 Denn wenn wir mit ihm zusammengewachsen sind, ihm gleich geworden in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. 6 Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen. 7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. 8 Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, 9 und wissen, dass Christus, von den Toten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfort nicht über ihn herrschen. 10 Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben ein für alle Mal; was er aber lebt, das lebt er Gott. 11 So auch ihr: Haltet euch für Menschen, die der Sünde gestorben sind und für Gott leben in Christus Jesus.“

Unser alter Mensch ist also gestorben, er wurde mitgekreuzigt (siehe V. 6), Gemeint ist sicherlich nicht im speziellen sein Körper, die menschliche Persönlichkeit, sondern vielmehr seine alte Natur, der Mensch wie er leibt und lebt mit all seinen Taten und Gedanken. Er unterliegt also nicht mehr dem Rechtssystem der BRinD und seine Forderungen sind illegitim. Mit der Wiedergeburt des Menschen bei der Taufe wird Jesus der wahre Herr des getauften Menschen. Mit der Taufe beginnt das übernatürliche Leben in Christus und das Recht der persönlichen Freiheit gegenüber der Willkür von Behörden. Der Mensch ist ebenso älter als der Staat, der Staat wurde vom Menschen erschaffen, der Mensch ist der Schöpfer des Staates. Ergo hat der Staat auch keine Macht über den Menschen, so wie wir auch keine Macht über unseren Schöpfer besitzen. Der Staat darf unmöglich willkürlich verfahren. Diese unantastbaren Rechte eines Menschen müssen allen irdischen Regierungen vorausgehen, da diese durch den Staat nicht aufgehoben werden können, es sind Gottes Gesetze.

In [§16 GVG] ist verankert, dass niemand seinem gesetzlichen Richter vorenthalten werden darf. Der gesetzliche Richter einer Christen ist nicht das weltliche Gericht. Canon 96 regelt den gesetzlichen Richter, denn er muss von der Kirche bestimmt werden: „Durch die Taufe wird der Mensch der Kirche Christi eingegliedert und wird in ihr zur Person mit den Pflichten und Rechten, die den Christen unter Beachtung ihrer jeweiligen Stellung eigen sind, soweit sie sich in der kirchlichen Gemeinschaft befinden und wenn nicht eine rechtmäßig verhängte Sanktion entgegensteht.“

Das Recht der katholischen Kirche steht also über dem des Staates. Diese Rechte wurden wie erklärt am 20. Juli 1933 im Reichskonkordat zwischen dem Deutschen Reich und dem Vatikan geregelt. Alle Kirchen, unabhängig von ihrer Konfession unterliegen auch der katholischen Kirche. Um das zu untermauern schauen wir uns mal einen richterlichen Eid in Deutschland an:

„Ich schwöre, dass Richteramt getreu dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und getreu dem Gesetz auszuüben, nach bestem Wissen und Gewissen ohne Ansehen der Person zu urteilen und nur der Wahrheit und Gerechtigkeit zu dienen, so wahr mir Gotte helfe.“

Ohne Ansehen der Person bedeutet nichts anderes, als die Person vor sich als Mensch zu behandeln, was vor Gericht nicht geschieht. Es wird durch Einlassung des Angeklagten, also seiner Identifikation mit der juristischen Person, gerichtet. Ebenso schwört der Richter seinen Eid auf Gott. Wenn Sie also vor Gericht stehen und vor der Gerichtsverhandlung die Äußerung tätigen, dass Sie den richterlichen Eid annehmen und ihn für erhaltenen Wert akzeptieren, würde der Richter in den Rechtskreis des Menschen gezogen werden. Damit verpflichtet sich der Richter, nach göttlichen Vorgaben zu handeln, also nach den 10 Geboten. Aus dem Canon 196 und der Bulle „Auctorem fidei“ des Papst Pius VI. vom 28. August 1794 ergibt sich, dass die Gewalt der Kirche sich aus göttlicher Anordnung ableitet. Diese umgreift das Rechts- und Gewissensgebiet, welche die Lehr- und Zuchtgewalt, die Gesetzgebungs- und Verwaltungsmacht und die umfassende Gewalt sakramentaler und nicht sakramentaler Heilsvermittlung umfasst.