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  • Autorenbildhpreinhardt

02. War Abraham Terahide?

Und nun greifen wir den Hinweis auf, dass Harran die alte Heimat von Abrahams Vater Terach gewesen sein soll. Recherchiert man genauer und ausführlich im Internet, findet man einen hochspannenden Hinweis. Harran wurde als Knotenpunkt altbabylonischer Reiserouten gegründet. Das geht aus einem Brief an Yasmah-Addu, den assyrischen Vizekönig von Mari aus 1790 v.Chr. hervor. 1782 v.Chr. löste sich mit dem Tod des Herrschers in Harran das altassyrische Reich auf und entstand eine Art unabhängiges Fürstentum. Anschließend kamen die Terahiden in dieses Gebiet. Die Wanderung der Terahiden als religiöses Volk verlief parallel zu der Bewegung des Mondkultes von Ur nach Harran. Die gleiche Route, die auch der Vater von Abraham nahm. Es werden in den Überlieferungen einige Namen von Terahiden genannt, darunter insbesondere Serug, der Großvater von Terah, nachdem scheinbar die Stadt Serugi, heute Seruji, 50 km von Harran entfernt, benannt wurde. Serugs Vater Nahor und gleichnamiger zweiter Sohn von ihm können mit der Stadt Nahur, östlich von Harran identifiziert werden. Sein dritter Sohn Harran spiegelt sich in Harran selbst wider. Es existieren die sogenannten „Mari-Briefe“, welche die Existenz der Terahiden in diesem Gebiet über mehrere Generationen bezeugen. In diesen Schriften finden wir auch einen Hinweis, dass es so sein könnte, dass Abraham und Lot, dem Sohn seines Bruders Nahor, in Harran weitreichenden Handel auf Grundlage von Eselskarawanen betrieben.

In der Bibel heißen die Söhne von Terach Abraham, Harran und Nahor. Ist das wieder ein Zufall? Terachs Vater hieß ebenso Nahor. Nahors Vater, also Terachs Großvater hieß Serug. Somit wäre Serug der Urgroßvater von Abraham gewesen.

 

Enki - Noah - Sem - Arpachschad - Schelach - Ebers - Pelegs - Regus - Serug – Nahor – Terach – Abraham – Isaak - Jakob

 

Leider finden wir weiterhin keine Hinweise, wer genau die Terahiden waren. Es steht fest, dass sie einem Mondkult folgten und aus Ur kamen, also aus dem altbabylonischen Reich. Das altbabylonische Reich, wie wir wissen, wurde nach der Sintflut auf der Vergabe der Gebiete der Anunnaki an ihre Söhne begründet. Der Mondgott der alten Mesopotamier hieß Sin, in Sumer Nanna. Eines der Hauptkulturzentren der Anbetung von Sin war das alte Harran. Somit ist davon auszugehen, dass Abraham und seine Vorfahren den Gott Sin-Nanna verehrten. Unterstützt wird diese These vom Fakt, dass Nanna-Sin zuerst in Ur sein Kultzentrum besaß, später Harran hinzukam. Dies könnte ebenso den Umzug von Abrahams Vater nach Harran erklären. Er konnte in Harran ebenso Nanna-Sin verehren. Vielleicht war es sogar so, dass Terach, Abrahams Vater, eine wichtige Rolle in dieser Religion spielte und nach Harran ging, um die dortigen Priester und Anwärter zu unterstützen. Immerhin müssen wir festhalten, dass Terach in neunter Generation von Noah abstammt und eine besondere Stellung besaß. Und so war es auch mit Abraham. Er war sicher alles, nur kein Unbekannter, und auch kein armer Nomade, der seine Frau an einen ägyptischen Pharao verkaufen muss, um nicht zu verhungern.

 

Noah landete mit seiner Arche (Luftschiff) auf dem deutsch-österreichischen Untersberg. Anschließend begaben sie sich nach Ägypten. Dort wurde, wie beschrieben, durch den Ältestenrat beschlossen, dass die Gebiete aufgeteilt werden. Enki bekam Ägypten, Enlil bekam die Gebiete des Nahen Osten. Das erklärt auch, warum dort so viele Religionen den rachsüchtigen und eifersüchtigen Gott des Alten Testaments anbeten, also Enlil. Ich nenne sie die Enliliten. Ein Enkel Noahs, der Sohn Sems, begab sich jedoch in den Nahen Osten und gründete eine Stadt, die nach ihm benannt wurde: Ashur. Ashur kennen wir heute als Assur. Sie liegt heute im nördlichen Irak am rechten Ufer des Flusses Tigris. Diese Stadt wurde namensgebend für das Volk der Assyrer. Die Historik geht davon aus, dass diese Stadt im 3. Jahrtausend v.Chr. begründet wurde. Das kann nicht sein. Da sie von Noahs Enkel Ashur gegründet wurde, muss sie tausende Jahre älter sein als traditionell angenommen. Wenn wir von der Zeit Abrahams ausgehen, die ich bestimmt habe, fällt die Herrschaft über Assur zu dieser Zeit den Mittani zu.

 

Die Anbetung des Gottes Sin-Nanna in Assur (KAR 196 = BAM 248) und Ninive (reverse K 2413, AMT 67:1, obvers BAM, K82:10, K 3485-10443) wird auch durch assyrische Tontafeln bestätigt.

 

Abb.: Gott Sin-Nanna, Quelle: Eigenes Archiv

 

Mond und Sonne gelten seit jeher als die wichtigsten Himmelskörper.  Die Verehrung spielte in Mesopotamien, Kleinasien und Syrien schon immer eine wichtige Rolle, wobei fast alle Kulturen dieser Welt Mondgötter verehrten. Die mit dem Mond verbundenen Phänomene wie sein Zunehmen, sein Abnehmen, Neumond und Vollmond, Verschwinden, Wiederkehr, seine Verbindung zu den Zyklen der Weiblichkeit, Ebbe und Flut wurden in vielen Symboliken rund um den Mond zum Ausdruck gebracht. Sein Einfluss auf die Fruchtbarkeit auf Menschen und Natur ist faszinierend. Speziell in Mesopotamien war der Mondgott sogar der Vater des Sonnengottes Utu, bzw. Shamash. Das periodische Verschwinden des Mondes (Interlunium) wurde so erklärt, dass er zu dieser Zeit in der Unterwelt ist. Das erneute Erscheinen am Himmel galt als seine Auferstehung. Ähnlich hielt man es mit der Sonne. Interessant erscheint, dass der Mondkult bei den Aramäern eine besondere Bedeutung hatte und sein Zentrum Harran war. Dort, wo der Vater Abrahams mit seiner Familie aus Ur hinzog. Der Mondgott-Tempel in Harran bildete das kultische Zentrum der umliegenden amoritischen Stämme. Die aramäischen Stämme verehrten den Mondgott unter dem Namen „šhr“. Gesprochen wurde der Name Schahar, der zusammen mit der Mondgöttin Nikkal (Ningal) verehrt wurde. Ihr Sonnengott hieß Schamasch und Nusku war der Sohn von Sin. Dieser Glaube wurde selbst noch in der hellenistisch-römischen Zeit gepflegt. Im Alten Testament werden Mond und Sonne oft gemeinsam benannt und gelten als Garant für die Beständigkeit, siehe Psalm 72:5 und Psalm 89:37. Jedoch hat man den Mond bewusst herabgesetzt und unter die Sonne und JHWH gestellt. Dort wird der Mond dann nur noch als Objekt beschrieben, welches von JHWH erschaffen und kontrolliert wird. Das war vorher noch nicht so, siehe Genesis 1:14-18, Psalm 8:4, Psalm 74:16, Psalm 104:19 und Psalm 136:7-9.

Um den Mond weiter zu diffamieren und in den Hintergrund zu rücken, setzte man ihn in seiner Bedeutung unter JHWH, siehe Jeremia 24:23. Um Religionen rund um den Mond und die Sonne endgültig im Keim zu ersticken, sprach man im Buch Deuteronomium ein Verbot unter Todesstrafe aus, diesem zu folgen. Man nennt das auch den Deuteronomismus, siehe Dtn 17:2-5. Man wollte unbedingt einen alleinigen Anspruch auf die Verehrung von JHWH einführen. Dennoch konnte man die Anbetung nicht ganz abschaffen, weshalb man diese einfach integrierte, aber umformulierte. So steht in Hosea 6:2 und 1. Samuel 20 geschrieben, dass Gott nach dritten Tage Israel wieder aufrichten wird. Das ist in Wirklichkeit nur eine Anspielung darauf, dass nach dem Neumond, der Auferstehung des Mondes, die Sichel am dritten Tag wieder zu sehen ist. Das Neumonndfest war lange vor JHWH ein wichtiges Familienfest in der Sippe, der an Heiligtümern ausgerichtet wurde und im Besonderen den verstorbenen Ahnen gedacht wurde. Viele Riten und Bräuche rund um Mond uns Sonne wurden einfach auf den neuen Gott übertragen. Aber ihren Ursprung haben die in der Verehrung von Mond und Sonne. Es ist, wie es ist. Selbst bei den Muslimen finden wir noch das Symbol des Mondes wieder, jedoch nicht mehr den ursprünglichen Sinn. Ein Überbleibsel der Vorkultur. Es ist davon auszugehen, dass Abraham, Sarai und ihre Familie der Terahiden seit langer Zeit ebenso dem Mond und Sonnengott gefolgt waren und man seinen Namen und seine Prominenz für andere Zwecke entfremdete. Das war auch eine der Gründe, warum man die Bedrohung der Anhänger dieses Himmelskultes durch scharfe Polemik und harte Strafandrohungen bekämpfen musste.

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